Die Sternkarte

 


Historische Sternkarten

1535 war in Köln eine Hyginus-Ausgabe mit Sternen an den ungefähren Positionen und Linien eines Gradnetzes erschienen und 1570 erscheinen mit Allesandro Piccolominis De le stelle fisse Sternkarten, die nur die Sterne an näherungsweise korrekten Positionen zeigen und auf die figürliche Darstellung der Sternbilder verzichten. Johann Bayer veröffentlichte schließlich mit der Uranometria 1603 den ersten Atlas des gesamten Himmels anstelle einer Kartensammlung ausgewählter Sternbilder oder weniger genauer Planisphären. Die Positionen in der Uranometria basieren auf Tycho Brahes Beobachtungen, der für seine Beobachtungsgenauigkeit berühmt war. Die einzelnen Karten sind aber in Größe noch immer auf die dargestellten Sternbilder zugeschnitten, so dass sich kein einheitlicher Maßstab ergibt. Als künstlerisches Meisterwerk der Himmelsatlanten gilt Andreas Cellarius' Harmonia Macrocosmica von 1661, die zwar wissenschaftlich-kartographisch hinter detaillierteren Werken wie der Uranometria zurückblieb, aber auf unvergleichlichen Kupferstichen das astronomische Wissen der Zeit lebhaft koloriert zusammenfasst. Die eigentliche Darstellung des Himmels entwickelte sich aber sowohl in wissenschaftlicher als auch in künstlerischer Hinsicht weiter, bis im Jahre 1801 die Uranographia des J. E. Bode erschien. Der Atlas bestand aus 20 Karten im Format 103 × 70 cm und ist damit bis heute der Atlas im größten Format. Die Kupferstiche sind sehr filigran und detailreich und zeigen ca. 17.000 Objekte des Fixsternhimmels. Aufgrund dieser Fülle kam man zunehmend davon ab, die Sternbilder figürlich darzustellen und beschränkte sich auf die gezeichneten Verbindungslinien der Hauptsterne. Selbst letztere erscheinen heute nur noch in populärwissenschaftlichen Karten.

Heutige Sternkarten

Karte des Nachthimmels: Sternpositionen aus dem Bright Stars Catalogue, 5th Edition Gezeichnete Karten, also Darstellungen aus einem Katalog heraus, werden heute nur noch für begrenzte Zwecke professionell benutzt, bleiben aber wichtige populär- und amateurastronomische Arbeitsmittel. Ansonsten werden entweder nur noch die Kataloge veröffentlicht, aus denen man sich Ausschnitte nach Bedarf drucken lässt, oder fotografische Karten, die direkt aus Teleskopaufnahmen entstehen, wie der Digitized Sky Survey. Zahlreiche Menschen nutzen heute aber eher astronomische Planetarium-Software, die oft umfangreiche Sternkataloge beinhaltet. Bei der Sternbeobachtung im Freien verwendet man Drehbare Sternkarten (Planisphären). Soll sich eine Sternkarte für Winkelmessungen eignen, wird meist die stereografische Projektion gewählt. Auf ihr schneiden sich alle Kurven unter demselben Winkel wie an der Himmelskugel (Winkeltreue, und überdies gilt generelle Kreistreue).

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